Über uns

Auf Initiative des damaligen Gardepräsidenten August Feldmann und mit Unterstützung der Gardemitglieder Arno Müller, Lothar Koch, Horst Schnühoff, Klaus Vohanka und Hans-Peter Plattner wurde am 13. Februar 1970 der Fanfarenzug der Jocus-Garde gegründet. Die Gründungsmitglieder finanzierten auch die erste Instrumentierung mit Fanfaren, Parade- und Landsknechtstrommeln. Erster Stabführer wurde das Gründungsmitglied Hans-Peter Plattner, der im Jahr 1973 in der Stabführung von Karl-Georg Jung, der auch die musikalische Ausbildung übernahm, abgelöst wurde. Schon sehr bald fand die neue Musikeinheit bei allen Gardeveranstaltungen wie Kasteler Kerb, Landsknechtsfest und  bei Verpflichtungen  im In- und Ausland hohe Anerkennung. Besonders eindrucksvoll bestätigte sich dies mit einem Engagement für eine Spielzeit beim Hessischen Staatstheater Wiesbaden. In den Folgejahren wurde eine Neuinstrumentierung mit Es-gestimmten Ventilfanfaren durchgeführt, um musikalisch bessere Möglichkeiten zu nutzen.

Die musikalische Qualität erfuhr 1982 mit der neuen musikalischen Leitung Anton Wendel vom befreundeten
Musikzug Leeheim eine enorme Steigerung. Auch wurde 1982 die Stabführung von Hans-Georg Jung an unser
Mitglied Jutta Resch übergeben. Damit hatte der Zug bis 1985 eine weibliche Stabführerin, was zu dieser Zeit nicht alltäglich war. Während dieser Zeit, wurde eine erneute Veränderung auf  B-gestimmte Musikinstrumente
vorgenommen und gleichzeitig die Breite der Instrumentierung erweitert, um eine größere musikalische
Palette wahrzunehmen. Aus traditionellen Gründen wurde der Name Fanfarenzug beibehalten, aber die neue
Bezeichnung war Moderner Fanfarenzug. Leider musste Anton Wendel 1984 aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellen und unser Hocheimer Freund Wimbauer übernahm die musikalische Leitung. Er brachte in der Folge den Musikern die Grundbegriffe der Notenschule bei, musste aber auch 1987 seinem Beruf Tribut zollen und sein Amt niederlegen.

Bereits 1985 hatte Jutta Resch die Stabführung an Josef Kübler weitergegeben, außerdem übernahm nach und nach 1985 Michael Pülsinger die musikalische Leitung. Dieses Tandem hatte sich in musikalischer und organisatorischer Hinsicht gesucht und gefunden, es wurde zusammen mit den begeisterungsfähigen Musikern viele neue Ideen entworfen, verworfen, aber auch eine ganze Menge umgesetzt. Neue Instrumente wurden ins Zuginstrumentarium übernommen, neue Kleidung für Sommerauftritte wurde kreiert und die Verpflichtung für Auftritte wurde massiv gesteigert.

Eine eindrucksvolle Demonstration seines musikalischen Könnens zeigte der Zug ab 1985 anläßlich der Kasteler Kerb bei der Darbietung einer abendlichen Serenade im Schein der Fackeln im Innenhof der Reduit, ein unvergessliches musikalisches Erlebnis. Eine Neuorientierung in den folgenden Jahren hin zur musikalischen Show, mit Beleuchtungseffekten und Choreographie der Musikerbewegungen stellte an alle Beteiligten hohe
Anforderungen an Können und Freizeitopfer. Eine Investition, die die Hobby-Musiker gerne gaben, die sich letzendlich aber auch lohnte. Die Premiere des Bühnenshowprogramms zur Kampagne 1988 zeigte, das der neue Weg ein voller Erfolg war. Die verbesserte Qualität steigerte natürlich den Bekanntheitsgrad des Zuges weit über die Region hinaus, so dass 1989 bereits 50-60 Auftritte über das ganze Jahr erreicht wurde.

Vielen Einladungen auch aus dem Ausland konnte nicht Folge geleistet werden. Höhepunkt jener Jahre war wohl die Einladung des Carneval-Clubs Calpe an der Costa Brava in Spanien, an der Sitzung, dem  Fastnachtsumzug und dem gleichzeitig stattfindendem Folklorefest eine Woche nach unserer Fastnacht teilzunehmen. Es war für alle Musiker ein unvergessliches Erlebnis und man hatte durch musikalisches Können und gutem Auftreten eine prächtige Visitenkarte für Garde und Vaterstadt hinterlassen. Dem Zeitgeist folgend und dem durch das Fernsehen verwöhnten Zuschauer ent-sprechend wurden die Bühnenshows technisch mit Nebelmaschine und Bühnen-feuerwerk, sowie mit Erweiterung der Beleuchtung und mit eigenem Beleuchter Rechnung getragen.

So war es kein Wunder, dass 1989 im Jahr des 100 jährigen Bestehens der Garde, der Moderne Fanfarenzug als Prunkstück des Jubilars bezeichnet wurde. Einladungen zum Blumenkorso nach Nizza, musste leider aus terminlichen Gründen abgesagt werden und Einladungen zum Unabhängigkeitstag der USA nach Philadelphia, sowie zur Calgary-Stampede in Kanada konnten leider nicht Folge geleistet werden. Aber am Fest der Jungfrau von Orleans in Reims/Frankreich konnte wieder einmal ein Auslandsauftritt durchgeführt werden, auch wenn die Unterkunft nicht so unserem Geschmack entsprach. Beim großen Festumzug begeisterte der Zug mit seinem Rhythmus und musikalischen Beiträgen die Zuschauer und erhielt eine Belobigung vom Stadtmusikdirektor. Zwanzig Jahre waren seit der Gründung vergangen, ein Anlass, der mit einem großen Ball im festlich geschmückten Bürgerhaus Kastel und einem Freundschaftsspiel am darauffolgenden Tag mit befreundeten Vereinen begangen wurde.

Josef Kübler, der 1990 in das Präsidium der Garde gewählt worden war, gab 1991 sein Amt als Stabführer in die Hände von Michael Pülsinger, der schon seit vielen Jahren für die musikalische Ausbildung des Zuges verantwortlich war. Seit 1988 gab es mit Harakd Kauth einen 2. musikalischen Leiter, der für die Rhythmusgruppe verantwortlich war, er musste 1993 aus beruflichen Gründen von der Leitungsposition ausscheiden. Mit Myrko Nordmann, der schon mit 8 Jahren in den Musikzug eingetreten war, übernahm ein Eigengewächs des Zuges diese verantwortliche Aufgabe. Durch die Sonderstellung AKK’s bedingt, war man außer der jahrelangen Teilnahme als Vertreter der Landeshauptstadt Wiesbaden beim Hessentag, auch 1994 erstmals als Vertreter der Landeshauptstadt Mainz beim Rheinland.Pfalz Festzug. An drei Tagen 1995
feierte der Zug sein 25- jähriges Jubiläum in einem Zelt im Innenhof der Reduit am Rheinufer. Mit der Beach-Party am Freitag, dem Bunten Abend am Samstag und dem Frühschoppen mit dem Freundschaftsspiel der
befreundeten Vereine am Sonntag, wurde für alt und jung das Passende geboten.

In diesem Jubiläumsjahr wurde auch erstmals an der Rheinland-Pfalz Meisterschaft der Fanfaren- und Musikzüge teilgenommen, bei der eine Silbermedaille errungen wurde. Nun war es aber an der Zeit den Namen des Zuges an die veränderten Gegebenheiten anzupassen. So entschloß man sich 1997, nach Abstimmung der Musiker, in Zukunft unter dem Namen Musikzug und Showband zu marschieren und zu musizieren. Ein mit dem neuen Namen und Logo versehenes Bussje, ein von der Garde und dem Präsidenten Erwin Schütz gesponserter, lang ersehnter Transporter, machte nun den Transport der Instrumente, der Lichtanlage und sonstiger benötigter Dinge um ein Vieles leichter. Der Zug dankte der Garde mit dem Gewinn der Goldmedaille und dem Titel des Landesmeister bei den Rheinland-Pfalz Meisterschaften. Mit der achtfachen Benotung sehr gut wurde der Erfolg in eindrucksvoller Weise erzielt. Das darauffolgende Jahr, 1998, sah die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Freyburg an der Unstrut. Hier konnte, trotz in der falschen Klasse, gestartet, eine Silbermedaille und der Vizemeistertitel in der Orchester/Big-Band-Klasse erspielt werden. Aufgrund der vielen Kinder der Musiker des Zuges, kamen einige Mitglieder auf die Idee einen Jugend-Musikzug zu gründen, um für die Zukunft den Nachwuchs sicherzustellen. Diese Jugendshowband wurde ein voller Erfolg, innerhalb kürzester Zeit hatte die Jugendband eine Stärke von 50-60 Kindern und Jugendlichen. 

Mit finanzieller und materieller Hilfe der Garde und des „großen“ Zuges konnte schnell das nötige Know-How an Instrumenten und Materialien beschafft werden. Die „Großen“ stellten über 10 Ausbilder, die in ihrer Freizeit die Kenntnisse an Blas- und Schlaginstrumenten und die Grundkenntnisse der Notenschule vermittelten. Sehr schnell hatte die Jugendshowband relativ viele Auftritte, die weitere Interessenten zur Musik brachten. Bei der ersten Meisterschaft in Rheinland-Pfalz erspielten sie sich den Titel des Jugend-Meisters und die dazugehörige Goldmedaille. Das gleiche Ergebnis erzielten sie bei der ersten Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften. Zum Erstaunen aller Beteiligten war unser Konzept der Jugendförderung im Spielmannswesen scheinbar etwas ganz Neues und wir hatten den Nagel auf den Kopf getroffen, alle anderen zogen dann langsam nach. Der Erfolg des Konzeptes hatte viele Väter und man war stolz auf den Nachwuchs. 

In den Folgejahren gab es für diese Jugendshowband viele schöne Erfolge und Titel. Darüber hatten die Verantwortlichen des Jugendzuges  wohl das Ziel der Gründung, Nachwuchs für den „Großen Zug“, aus den Augen verloren und wollten davon nichts mehr wissen. So kam es zu einem schleichenden Zerwürfnis, von Personen mit krankhaften Ehrgeiz geschürt, zwischen Jugendshowband und Musik- & Showband. Dies führte 2004 zur Spaltung der Jugendshowband und die Mehrheit der Jugendlichen folgte dem der die Trennung von der Garde von langer Hand vorbereitet hatte, wie sich später zeigte. Die verbleibenden Jugendlichen wurde in den „Großen Zug“ integriert. So wurde eine erfolgreiches Konzept „ad absurdum“ geführt, mit der Folge, dass ab diesem Zeitpunkt alle Kinder und Jugendlichen direkt im „Großen Zug“ beginnen.

Auch die Musik- & Showband, wie man sich nun nannte, nahm mit wechselnden Erfolgen an Landes- und Deutschen Meisterschaften teil. Manchmal wurden auch längere Meisterschaftspausen eingelegt, besonders wenn Wertungsgespräche und Platzierung nicht zusammen passten oder Wertungsgespräche ingesamt nicht nachvollziehbar waren.

Im Jahr 2010 konnte die Musik- & Showband auf 40 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Im Bürgerhaus Kastel feierte man mit einem Freundschaftsspiel und als Schlusspunkt der Premiere einer neuen Musikshow mit einem sehr großem Erfolg ihr langes Bestehen. Im Jahr 2012 wurde auch nach langer Pause wieder einmal ein Auslands-Engagement angenommen und in Vitry-Sur-Seine, eine Vorstadt von Paris/Frankreich, musikalisch bei mehreren Platzkonzerten und einem Umzug teilgenommen. Aber nicht nur Musik war angesagt, viele Musiker nutzten den Aufenthalt um Paris kennenzulernen.

Nach 22 Jahren legte Michael Pülsinger im April 2013 die Stabführung in jüngere Hände, er wirkt aber weiterhin im Musikzug mit. Mit Steven Müller übernahm ein Eigengewächs, der bereits im Alter von 10 Jahren in der Jugendshowband der Garde zum Posaunisten ausgebildet wurde, die Stabführung. Die erfolgreiche Arbeit wird auch in seinen Händen kontinuierlich weitergeführt. Dies zeigt auch die vom Drumcorps des Musik- & Showband im Oktober 2013 errungene Goldmedaille des Landesverbandes für Spielmannswesen Rheinland-Pfalz und dem Landestitel.

Am 23.11.2013 wurde Michael Pülsinger für seine langjährigen Dienste zum Ehrenstabführer der Musik- & Showband ernannt. 

Die Musik- & Showband wird ihre Art der Musik weiterverfolgen und dem Zeitgeist entsprechende Veränderungen durchführen, denn Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit (Zitat: Dr. Volker van Rüth). In unseren Reihen sind deshalb neue Mitglieder, auch mit neuen Ideen stets Willkommen.

Nachdem der aktuelle Stabführer Steven Müller im Jahre 2016 aus familiären Gründen leider mit der Musik aufhörte und somit auch seine Position als Stabführer aufgab, übernahm unser Ehrenstabführer Michael Pülsinger erneut die Stabführung und die musikalische Leitung. Zur Unterstützung wurde ein ebenfalls langjähriger Musiker mit ins Boot geholt. Somit übernahm Patrick Erben die Position des stellvertretenden Stabführers.